Was kostet eine Hausverwaltung 2026?
Die Verwaltervergütung ist frei verhandelbar – eine gesetzliche Gebührenordnung gibt es nicht. Trotzdem haben sich am Markt klare Preisspannen etabliert. Hier sind die realistischen Zahlen für 2026, aufgeschlüsselt nach Verwaltungsart, Objektgröße und Region.
Die Preisspannen im Überblick
| Verwaltungsart | Übliche Vergütung 2026 | Bezugsgröße |
|---|---|---|
| WEG-Verwaltung (Großanlage 50+ Einheiten) | 18 – 28 € | pro Einheit / Monat |
| WEG-Verwaltung (10–50 Einheiten) | 22 – 35 € | pro Einheit / Monat |
| WEG-Verwaltung (kleine WEG unter 10 Einheiten) | 30 – 50 € | pro Einheit / Monat |
| Mietverwaltung (Mehrfamilienhaus) | 4 – 6 % der Nettokaltmiete oder 20 – 35 € | pro Einheit / Monat |
| Sondereigentumsverwaltung (SEV) | 25 – 45 € | pro Wohnung / Monat |
| Garage / Stellplatz | 3 – 8 € | pro Stellplatz / Monat |
Regionale Unterschiede sind real: In München, Potsdam oder Frankfurt liegen die Sätze am oberen Rand, in Städten wie Magdeburg oder Leipzig darunter. Entscheidender als die Stadt ist aber der Objektzustand – ein sanierungsbedürftiges Haus mit zerstrittener Gemeinschaft macht schlicht mehr Arbeit als ein gepflegter Neubau.
Was in der Grundvergütung enthalten sein sollte
- Kaufmännische Verwaltung: Buchhaltung, Zahlungsverkehr, Wirtschaftsplan, Jahresabrechnung
- Eine ordentliche Eigentümerversammlung pro Jahr inklusive Protokoll
- Umsetzung der Beschlüsse und laufende Objektbetreuung mit regelmäßigen Begehungen
- Auftragsvergabe und Rechnungsprüfung bei laufender Instandhaltung
- Kommunikation mit Eigentümern, Mietern, Behörden und Versicherungen
Die versteckten Kosten: Sondervergütungen
Vergleichen Sie nie nur die Grundvergütung – der Unterschied steckt in den Zusatzgebühren. Üblich (und legitim) sind Sondervergütungen etwa für außerordentliche Versammlungen, die Begleitung großer Baumaßnahmen (meist 3–5 % der Bausumme), Mahnwesen und gerichtliche Verfahren. Zum Warnsignal werden sie, wenn Alltägliches extra kostet: Porto-Pauschalen, „Kopiergeld", Gebühren für Belegeinsicht oder für die Beantwortung von Eigentümeranfragen. Lassen Sie sich immer den kompletten Vergütungskatalog zeigen.
Billig wird teuer: die falsche Sparsamkeit
Der Unterschied zwischen einer 25-Euro- und einer 32-Euro-Verwaltung beträgt bei 20 Einheiten 1.680 Euro im Jahr – für die ganze Gemeinschaft. Ein einziger schlecht verhandelter Handwerkerauftrag, eine verpasste Versicherungsleistung oder ein Jahr verschleppter Instandhaltung kostet ein Vielfaches. Die relevante Frage ist nicht „Was kostet die Verwaltung?", sondern „Was kostet uns schlechte Verwaltung?". Achten Sie auf Leistungszusagen (Abrechnungsfristen, Reaktionszeiten, digitale Einsicht) statt auf den letzten Euro der Grundvergütung.